Mir ist was komisches aufgefallen. Ein Freund von mir ist bei der Aidshilfe aktiv und hat mir erzählt, dass das deutsche Präventionssystem zu den besten der Welt gehört. BzgA und Aidshilfe teilen sich die Präventionsarbeit und haben nach aktuellen Studien bei allen relevanten Zielgruppen große Erfolge. Zusammen mit der Aidshilfe organisieren sie auch den Weltaidstag in Deutschland. Ab und an gibt es kleinere Organisationen, die meist mit Skandalwerbung für sich selbts PR-Punkte machen wollen, wie z.B. zuletzt die Michael Stich Stiftung.
Nun hat er mich aber darauf aufmerksam gemacht, dass es einen kleinen Verein gibt, dem nicht zu gefallen scheint, dass er nicht mitspielen darf.
Tatsächlich. Der Regenbogen e.V. aus Saarbrücken veranstaltet einen eigenen Weltaidstag mit eigener Website (rein zufällig: www.weltaidstag.com, denn der offizielle WAT findet sich unter: www.weltaidstag.de) und eigenen Aktionen. Er startete 2007 eine eher seltsame Kampagne unter dem Titel “Wir sind ego”, die aber nicht mal mehr im Netz zu finden ist. Nun läuft eine neue Kampagne an, in der man B-Prominente vor schwarzem Hintergrund in kalau-dramatischer Weise sagen lässt “Ich habe Aids (unglaublich dramatische Pause) nicht vergessen”. Das ganze nennt sich www.vergissaidsnicht.de.
Leider bleibt dem ergriffenen Zuschauer verschlossen, was er mit der Information tun soll. Geht es um Solidarität oder Schutz? Nach Aussage meines Freundes ist bereits der Ansatz komplett falsch, denn über 90% der Bundesbürger haben Aids überhaupt nicht vergessen.
Was bleibt ist der Eindruck, dass es dem Verein vor allem darum geht, dass er selbst nicht vergessen wird. Eitelkeit in aller Ehren. Aber muss man das ausgerechnet beim Thema Aids ausleben?